Türkenbundlilie
In mehreren Schutzgebieten rund um Göttingen findet man auch den Türkenbund, eine exotisch anmutende Pflanze, die man bei uns in heimischen Wäldern eher nicht vermuten würde.
Die Türkenbundlilie ist der prächtigste Vertreter der Liliengewächse in Europa und steht in Deutschland auf der Roten Liste.
Es lohnt sich fast immer mal genauer hinzuschauen. Viele Pflanzen und Insekten offenbaren ihre Schönheit erst auf den zweiten Blick........
Der außergewöhnliche Name leitet sich aus dem türkischen Wort für Turban, "tülbent", her welches im Volksmund zu "Türkenbund" wurde.
Die Pflanze verströmt abends und nachts einen betörenden Duft, und lockt so vor allem Schwärmer wie das Taubenschwänzchen zur Bestäubung an. Auch Rehe sind große Fans dieser Pflanze, welche sie sehr gerne verbeißen und so dem Blütenzauber ein vorzeitiges Ende bereiten.
Die Alchimisten waren überzeugt, dass sich mit der Goldwurz unedles Metall in Gold verwandeln ließe – leider hat das nie funktioniert. Der Türkenbund galt im Mittelalter dagegen als wahres Wundermittel und wurde unter anderem gegen Hämorrhoiden („goldene Ader“) eingesetzt.
Und als wäre das nicht genug, glaubte man auch noch, dass Kühe nach dem Verzehr der Zwiebeln besonders schön gelbe Butter liefern würden. Die arme Pflanze musste damals für so ziemlich alles herhalten.